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Die drei Optimierungsschritte zur effizienten Beleuchtung, Grafik: Stefan Gasser

Stromverbrauch für Beleuchtung halbieren

Im September 2018 haben Vertreter der Lichtbranche und das Bundesamt für Energie in Davos eine Vereinbarung unterzeichnet mit dem Ziel, den jährlichen Elektrizitätsverbrauch für Beleuchtung in der Schweiz zu halbieren. Die Initiative ‹energylight› setzt diese Vereinbarung in die Praxis um. In gemeinsamen Projekten mit unseren energylight-Partnern haben wir uns zum Ziel gesetzt, den jährlichen Stromverbrauch für Beleuchtung bis im Jahr 2025 auf 3500 GWh/a zu senken. Dies entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 1 Million Haushalte.

4-mal «a better light»

  1. Energieeffizientes Licht
    Mit effizienten Lichtlösungen werden Strom und Energiekosten erheblich gesenkt. Damit senken Sie ihre Energiekosten und verringern gleichzeitig den CO2-Ausstoss und tragen zur Nachhaltigkeit bei.
     
  2. Bessere Lichtqualität
    Steigern Sie die Lichtqualität: ausreichend Licht sorgt für die nötige Helligkeit und eine gute Farbwiedergabe, eine gleichmässige Lichtverteilung und nicht zuletzt schont ein möglichst blendfreies Licht die Augen. 
     
  3. Gut für die Gesundheit
    Das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit werden mit einer guten Beleuchtung positiv beeinflusst. Tageslicht ist gesünder als künstliches Licht, daher ist eine hohe Tageslichtnutzung anzustreben.
     
  4. Mehr Sicherheit
    Eine gute Beleuchtung trägt viel zur Sicherheit bei. Ausreichendes Licht zur richtigen Zeit verhindert Unfälle, zum Beispiel in Treppenhäusern, und verbessert die Sicherheit in Tiefgaragen, um nur einige Beispiel zu nennen.

Strom für Beleuchtung

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Halbierung des jährlichen Stromverbrauchs für Beleuchtung auf 3500 GWh/a. | Grafik: SLG

In keinem anderen Bereich kann soviel und so einfach Strom eingespart werden wie bei der Beleuchtung. Dank effizienter LED-Leuchtmittel, wirksamer Sensoren und optimaler Tageslichtnutzung lässt sich der Stromverbrauch für Beleuchtung um mindestens 50% (manchmal sogar über 90%) reduzieren. Dabei gewinnt man häufig an Qualität und Komfort. In Zeiten steigender Energiepreise und Strommangellage gilt es dieses Potential voll auszuschöpfen.

In der Schweiz betragen die jährlichen Ausgaben für elektrische Energie 10 Milliarden Franken, mit einer stark steigenden Tendenz. Etwa 11 Prozent davon entfallen auf die Beleuchtung. Im Jahr 2022 entsprach dies einem Verbrauch von 6200 GWh, was einem Wert von beachtlichen 1.2 Milliarden CHF entspricht. Diese Zahlen verdeutlichen das erhebliche Einsparpotenzial. Mit den hier aufgezeigten Massnahmen kann der Stromverbrauch von über 1 Million Haushalte pro Jahr eingespart werden.

Rütihof Wohnsiedlung
95% gemessene Energieeinsparung, Wohnsiedlung Rütihof | Foto: nevalux
Bürohaus Altstätten Minergie-Beleuchtung
Minergie-Beleuchtung in Altstätten von Zumtobel | Foto: Jens Ellensohn

Mit 4 Massnahmen zum Energiesparziel

LEDs sind doppelt so effizient wie Leuchtstofflampen und bis zu 10-mal effizienter als Halogenlampen. Der Wechsel von alter zu neuer Technologie wird in den nächsten 10 Jahren weitgehend «von alleine» ablaufen. Die Auswahl der richtigen Produkte in der gewünschten Qualität ist im internationalisierten LED-Markt aber komplexer als in der alten Glühlampen- und Leuchtstoffröhren-Welt. Eine gute Beratung für alle Anwenderinnen und Anwender in Haushalt, Dienstleistung und Industrie ist wichtig.

Mit guter Tageslichtnutzung kann viel Strom für künstliche Beleuchtung eingespart werden. Aber auch die Gesundheit und das Wohlbefinden hängen stark vom Tageslicht ab. Bauherren, Architektinnen und Planer können viel dazu beitragen, dass die Räume im Gebäude möglichst viel Tageslicht erhalten. Gleichzeitig liegt es in der Verantwortung der Installateure sicherzustellen, dass die Sensoren korrekt eingestellt sind. Das Know-how zur Tageslichtnutzung ist vorhanden, wird aber selten ausgeschöpft, da es an der Zeit oder der nötigen Kompetenz fehlt. Deshalb: Tageslicht braucht eine Lobby.

Sensoren wirken als Schaltstelle zwischen Kunst- und Tageslicht. Sie dimmen künstliches Licht oder schalten es aus, wenn ausreichend Tageslicht vorhanden ist oder sich keine Personen in einem Raum aufhalten. In der Halogen- und Leuchtstofflampenwelt konnten Sensoren Ihre Wirkung nur eingeschränkt erfüllen. Mit LED und der voranschreitenden Digitalisierung erhält die Sensorik bei der Ausschöpfung des Sparpotentials eine wichtige Rolle, Wie das geht und wann es wie viel bringt – darüber muss mehr gesprochen werden.

Gute Produkte und fortschrittliche Technik sind die Grundlage. Doch erst die richtige Planung und eine fachgerechte Umsetzung erschliessen das volle Potenzial einer Beleuchtungsanlage. Diese sind oft überdimensioniert, die Lichtfarbe stimmt nicht oder die Leuchten blenden. Und bei der Inbetriebnahme wird keine Feinjustierung von Leuchten und Sensoren vorgenommen. Eine gute Planung, eine korrekte Einregulierung und Optimierung spart mittelfristig Geld, Zeit und Ärger. Auch hier gilt: LED und Vernetzung machen alles schneller und – wenn es gut gemacht wird – auch effektiver.

Massnahmen und Projekte bei ‹energylight›

Der Stromverbrauch bei der Beleuchtung soll mit Hilfe der vier beschriebenen Massnahmen gesenkt werden: Effiziente LED­-Lichtquellen, Nutzung des Tageslichts, Sensoren und Vernetzung, Planung und Inbetriebnahme. Um die Wirkung dieser Massnahmen zu entfalten sind unterschiedliche Projekttypen vorgesehen.